Ford B-Max 1.6 TDCi 95 Titanium

Florian Duchiron - 2012-09-27

Wer auf dem Segment der Minivans jeden zufrieden stellen will, hat kein leichtes Spiel, denn die Ansprüche der Kunden an Raumangebot und Variabilität sind hoch. Beim B-Max hat Ford auf die B-Säule verzichtet, um ihn zum „luftigsten“ Fahrzeug seines Segments zu machen. Revolution oder nur ein simpler Hingucker?


Ausstattung vom Feinsten - bis auf ein kleines Detail …
Was die Ausstattung betrifft, hat der B-Max für jeden das Richtige zu bieten, dank diverser Pakete, die unterschiedliche Akzente setzen: Fahrkomfort in der Stadt, Variabilität und Polyvalenz oder einfach nur Auftritt und ästhetische Aspekte.
Unbedingt gönnen sollte man sich eines der Audiosysteme, die in Zusammenarbeit mit Sony – für den Klang – und Microsoft – für den Datenaustausch – entwickelt wurden. Je nach Ausstattungsvariante stehen sechs bis acht Lautsprecher zur Verfügung. Die Audiosysteme unterstützen Bluetooth-Audiostreaming, Sprachsteuerung und den Ford-Notrufassistent. Letzterer ist übrigens ein kostenloser Service.
Zu bemängeln ist nur das zentrale Display, das nach wie vor zu klein ist für ein Navigationssystem. Letzteres wird ab November allerdings auch mit einem 5-Zoll-Display (12,7 cm) lieferbar sein.
Außerdem, und das ist oft der Haken bei den Fahrzeugen dieses Segments, beschränkt sich das Fassungsvermögen des Kofferraums bei vorhandenem Reserverad auf 304 Liter. Dank der Variabilität des B-Max lässt es sich jedoch in verschiedenen Konfigurationen erhöhen und erreicht maximal 1.386 Liter, mit der Möglichkeit, Objekte von einer Länge bis zu 2,34 Metern zu transportieren. Doch wie dem auch sei, der Meriva 2 hat in dieser Hinsicht mehr zu bieten.
Die Qual der Wahl
Unter der Haube des von uns getesteten B-Max verbarg sich ein 1.6 TDCi mit 95 PS (daneben wird dieselseitig auch noch ein neuer 1.5-Liter TDCi mit 75 PS angeboten). Der recht sparsame Motor kam im Test auf einen Durchschnittsverbrauch von 6,7 l/100 km. Allerdings arbeitet der Motor sehr linear, so dass man sich beim Schalten manchmal schon etwas mehr Durchzug wünscht.
Die Benzinerpalette hat sich erweitert, seit der berühmte 3-Zylinder-Motor mit 120 PS ins Programm aufgenommen wurde. Das bereits mehrfach ausgezeichnete EcoBoost-Aggregat, das als Alternative zum 1.4 mit 90 PS und zum 1.6 mit 105 PS das Benzinerprogramm des B-Max abrundet, zieht sich in der Stadt gekonnt aus der Affäre, indem es bessere Beschleunigungswerte als die Dieselmotoren erzielt und dabei weniger Feinstaub und Stickoxide produziert. Vorsicht ist nur beim Verbrauch geboten, der oft über den angegebenen Wert hinwegschnellt.
Darüber hinaus verfügt der B-Max in Kombination mit dem 1.6-Liter-Benziner über das sehr effiziente PowerShift-Automatikgetriebe. In Kürze soll dann auch noch eine neue Version dieses Doppelkupplungsgetriebes mit dem 1.0 Ecoboost eingeweiht werden. Eine mehr als viel versprechende Kombination für den Stadtverkehr!
Seinen Prinzipien treu
Auf den Straßen des Münchener Ballungsraums lässt der B-Max nur wenig Nick- und Wankbewegungen spüren und liegt gut auf der Straße, bei einer Federung, die leicht in Richtung Straffheit tendiert. Typisch Ford, könnte man sagen, denn schließlich ist der Hersteller bekannt für alltagstaugliche Kompromisse. Die fehlende B-Säule tut der Verwindungssteifigkeit übrigens keinen Abbruch. Und auch den Wendekreis lernt man in vielen Situationen schnell zu schätzen.
Gegen einen Aufpreis von 350 Euro bietet Ford für den B-Max auch das Notbremssystem Active City Stop an, das bei einer Geschwindigkeit von bis zu 30 km/h den Wagen automatisch abbremst.
Fazit
Ausgewogen und gut gerüstet für die Stadt ist der B-Max dank seines Verzichts auf die B-Säule in Sachen Zugangsfreiheit ebenso überzeugend wie der Meriva 2. Allerdings hat das von den Amerikanern gewählte technisch aufwändigere System den Nachteil, dass die Türen dadurch auch schwerer sind.
Preislich positioniert sich der B-Max nicht schlecht, bei einem Einstiegsmodell zu 15.950 Euro. Der von uns getestete 95-PS-Diesel in der Ausstattungsvariante Titanium ist da mit 20.750 Euro schon etwas teurer.