BMW X1 xDrive25d 218

Florian Duchiron - 2012-09-27

Das Einstiegsmodell der SUV-Familie von BMW will sich nun den amerikanischen Kontinent erobern. Für diese neue, eher extrovertierte Kundschaft hat BMW den X1 einem Facelift unterzogen, damit dieser etwas mehr dem Auge schmeichelt und gleichzeitig tauglicher ist für die Straßen des Weiten Westens.


Thematische Ausstattungslinien
 
Im Interieur betrifft die wichtigste Änderung das Cockpit, das nun deutlicher dem Fahrer zugewandt ist – im Grunde also ganz BMW-typisch. Gleichzeitig trifft man etwas mehr Chrom an, es sei denn, man zieht eine der beiden thematischen Ausstattungsvarianten, die sich preislich im mittleren Bereich ansiedeln, vor. Bei der Variante Sport Line kommen rote Ziernähte und Keder hinzu, sowie jede Menge schwarzer Lack. Die Ausstattungsvariante xLine, die wir gestestet haben, gibt sich betont vielseitig, mit Verstärkungen an der Karosserie und einem eleganteren Interieur. Außerdem hat BMW noch ein M-Sport-Paket im Programm.
 
Als Option verfügt der X1 über Connected Drive, ganz wie die anderen Modelle der Marke. Das System umfasst auch eine Internet-Verbindung mit Zugriff auf Webradios, die man nach Stichwort auswählt, je nachdem, in welcher Stimmung man gerade ist. Erwähnt sei hier auch, dass der adaptive Geschwindigkeitsregler bei der gesamten Modellreihe serienmäßig ist.
 
Am hervorragenden Raumangebot hat sich nichts geändert, und das, obwohl es sich doch eigentlich um einen „kleinen“ BMW handelt. Großzügige Ablagen und Staufächer, angenehme Sitze und eine Rückbank, die sich im Verhältnis 40:20:40 umklappen lässt. Nur was den Kofferraum betrifft, bildet der bayrische SUV mit 420 bis 1350 Litern das Schlusslicht unter seinen Mitbewerbern, die mindestens vierzig Liter mehr zu bieten haben. Dafür verfügt er aber immerhin über diverse Fächer im Kofferraumboden, die sich als sehr praktisch erweisen.
 
Der Kräftigste seines Segments
 
3 Benziner und 5 Diesel bilden das Motorenangebot des facegelifteten BMW X1, und die Palette reicht von 116 bis 245 PS. Jeder von ihnen profitiert von der TwinPower Turbo Technologie, die dem SUV einen ansehnlichen Durchzug verleiht. Das von uns getestete Modell xDrive25d liefert 218 PS und nimmt damit mit Abstand die Spitzenposition gegenüber der Konkurrenz ein. BMW spricht von einem Leistungsgewinn von 7 % bei einer Verbrauchsreduzierung von 13 %. Mit 5,5 l/100 km, so die Angaben des Herstellers, liegt der X1 noch mindestens um 0,4 l/100 km vor dem Tiguan 2.0 TDI 170 PS oder dem Q3 2.0 TDI 177 PS. Auf unserer Testfahrt, auf der wir auch die dynamischen Fähigkeiten des X1 ausgereizt haben, kam der Wagen im Verbrauch nie über 9,5 L/100 km.
 
Mit dem X1 des Modelljahrs 2013 weiht BMW ein neues manuelles 6-Gang-Getriebe ein. Unser Modell war dagegen mit dem 8-Gang-Automatic Getriebe ausgerüstet, das man bereits von anderen BMW-Modellen kennt, während es auf dem Segment des X1 eine Neuheit ist. Es verfügt auch über einen Sport-Modus, aber der schien uns fast überflüssig, denn das Getriebe schaltet an sich schon erfreulich weich.
 
Hervorzuheben wäre auch die beim X1 neue Eco-Pro-Taste (optional ohne Aufpreis oder serienmäßig, je nach Motorisierung), die erhebliche Einsparungen beim Verbrauch ermöglicht (aber auch beim Fahrspaß, um es ehrlich zu sagen). Die Menge des so eingesparten Kraftstoffs wird an der Instrumententafel angezeigt – ein vielleicht überflüssiges Detail, aber man kommt schnell auf den Geschmack. Das Ganze ist kombiniert mit einem Stop&Start System, das im X1 serienmäßig verbaut ist.
 
Gut, aber noch nicht perfekt
 
Die xDrive Versionen verfügen über vier angetriebene Räder, die, wenn man sich das Design der Felgen ansieht, vor allem auf schneebedeckten Wegen in Kombination mit Winterreifen und auf ausgeschilderten Straßen nützlich sein dürften. Schade, dass der X1 kein Adaptative Drive hat, das das Fahrverhalten an die jeweiligen Gegebenheiten anpasst. Es besteht allerdings die Möglichkeit, eine Sportfederung einbauen zu lassen (serienmäßig bei der Sport Line, sonst gegen 290 Euro Aufpreis).
Ganz allgemein ist zu sagen, dass der BMW X1 in jeder Hinsicht ein BMW ist, mit all der Präzision und dem Know-how, die man von diesem Hersteller in Sachen Fahrverhalten erwarten darf. Trotzdem hätten wir uns bei diesem Modell noch ein paar Verbesserungen gewünscht. Adaptative Drive hätte so zum Beispiel in schnellen Kurven den Wankbewegungen entgegen wirken können.
 
Die Lenkung ist, wie man es von BMW gewohnt ist, sehr direkt und präzise. Die elektromechanische Unterstützung, die übrigens beim Geradeausfahren nicht aktiv ist (die Deaktivierung ist völlig transparent), fühlt sich allerdings manchmal etwas künstlich an, was den Fahrer zunächst verunsichern kann.
 
Fazit
 
Der facegeliftete X1 hat sich in allen Bereichen ein wenig verbessert. Außerdem gibt er sich etwas weniger elitär in seiner Ausführung, dank der beiden neuen Linien, deren Preis-Leistungsverhältnis ebenfalls sorgfältig überarbeitet wurde. Sein größter Trumpf jedoch steckt unter der Haube, mit einer PS-strotzenden Motorenpalette.
 
Bei einem Einstiegspreis von 28.950 Euro für den X1 sDrive16d verlässt BMW ein wenig den Premium-Club und platziert sich auf halber Strecke zwischen Audi und Volkswagen. Von da ab geht es mit den Preisen dann jedoch rasant nach oben. Der von uns getestete xDrive25d xLine kostet schon 40.400 Euro, wobei diverse Extras wie Ledersitze noch nicht mitgerechnet sind. Der VW Tiguan 2.0 TDI 170 4Motion Sport&Style setzt bei 33.075 Euro an und der Audi Q3 2.0 TDI 177 Quattro bei 37.150 Euro.