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Yam’Tcha
Emmanuel Tresmontant-01-12-2009
Das Restaurant Yam'Tcha, ein neuer Stern des Jahres 2010, illustriert aufs Vorzüglichste, dass man auch in Krisenzeiten nicht dazu verdammt ist, ausschließlich auf der Bistro-Schiene zu fahren.
Das im März 2009 eröffnete Yam’Tcha in einer kleinen, ruhigen Straße im Pariser Hallenviertel ist sicher das spannendste Restaurant dieser Auswahl.
Yam’Tcha, bedeutet auf Chinesisch soviel wie „Teestunde“. Tee zum Essen ist im Weinland Frankreich nur schwer vorstellbar, sollte man meinen. Dennoch gelang es Adeline Grattard, gemeinsam mit ihrem Ehemann Chiwah, eigentlich Grafiker von Beruf, dieses Konzept auf ihre Heimat zu übertragen. Sicher auch, weil die wohltuenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften des Tees (besonders wenn er „Bio“ ist) heute von niemandem mehr in Frage gestellt werden. So wurde eine Idee, die während eines Aufenthalts in Hong Kong entstand, auch in Paris zum Erfolgsrezept. Alle im Yam’Tcha servierten Tees, sorgfältig ausgewählt und zubereitet von Chiwah persönlich, sind einfach köstlich. So zum Beispiel auch der fantastische Phönix Oolong, ein Tee aus der chinesischen Provinz Kanton mit natürlichen Aromen von Pfirsich und weißen Blüten. Serviert wird der Tee in winzigen Teekannen nach kurzer Ziehzeit, damit die Gerbsäure nicht zu stark hervortritt.
Doch neben der perfekten Abstimmung von Tee und Speisen, die nicht weniger subtil ist als die Abstimmung von Wein und Speisen, fasziniert natürlich auch und vor allem die Küche von Adeline Grattard. „Ich koche wie eine Frau, instinktiv und spontan. Die Küche der Männer ist sehr viel präziser und zerebraler.“ Harmonisch, abgerundet und ausgewogen, so lässt sich die Küche von Adeline Grattard am besten beschreiben. Dabei eröffnet die Köchin, die nichts mehr liebt als das Kombinieren westlicher und asiatischer Aromen, ihren Gästen völlig neue Geschmackswelten. Bouchot-Muscheln mit schwarzem Soja und Piquillos; pochierte Stopfleber aus der Vendée begleitet von getrockneten Jakobsmuscheln, Shiitake-Pilzen und Physalis; dampfgegartes Steinbuttfilet mit schwarzem Reis, Mangold und Schwertmuscheln usw. Beim Genießen dieser Gerichte überkommt den Gast ein Gefühl von Ruhe, Ausgeglichenheit und neu erwachender Energie. Vielleicht ist dies ja auch der eigentliche Zweck einer Speise: einfach nur gut zu tun.
Noch ein kurzer Hinweis zum Abschluss: Bevor ihr in China die Idee zum Yam’Tcha kam, war Adeline Grattard drei Jahre im Restaurant l’Astrance bei Pascal Barbot (drei Sterne im Michelin-Führer seit 2007). „Pascal verdanke ich einfach alles, er ist mein Meister und Freund und war schon drei Mal bei mir zu Gast!“ Mittagsmenüs zu 30 und 45 €. Abends Degustationsmenü zu 65 €. Hinzu kommen 20 € für die passende Teebegleitung, auf die man in keinem Fall verzichten sollte.
Yam’Tcha
4, rue Sauval
75001 Paris
Tel: + 33 (0) 1 40 26 08 07
Sonntags geöffnet. Ruhetage Montag und Dienstag.
Praktische Informationen
- Adresse :
- 4 rue sauval F - 75001 paris
