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Petersham Nurseries Café (Richmond-upon-Thames)

Éric Boucher-31-10-2007

Eine Gärtnerei, eine Australierin aus Sydney, alte Rosen, indische Wandteppiche, rustikal-schickes Ambiente, Gartenscheren, Blumenzwiebeln und auserlesene gastronomische Produkte - ein Lunch in einem englischen Garten.

In London ist dieses Restaurant schon seit einigen Jahren in aller Munde, aber noch scheint sein Ruf den Ärmelkanal nicht überquert zu haben. Das in dem pastoralen Londoner Nobel-Vorort Richmond (20 Minuten Bahnfahrt von Waterloo Station) gelegene Petersham Nurseries Café ist in der englischen Ausgabe von Vogue in höchsten Tönen gelobt worden und soll angeblich auch Mick Jagger und Madonna zu seinen Gästen zählen.
 
Eine Einladung in diese Hochburg neo-britischer Edelgastronomie schlägt man also nicht aus, und so machten auch wir uns an einem wundervollen Septembertag auf den Weg zu dieser „Gärtnerei“ („nursery“ auf Englisch)‚ die gut versteckt am Ende einer engen Gasse liegt*. Anstatt mit dem Auto vorzufahren, nutzten wir die Gelegenheit zu einem appetitanregenden Spaziergang entlang der Themse und durch die Petersham Meadows.
 
Auf den Petersham Meadows wurden wir von friedlich wiederkäuenden Kühen begrüßt, die sich in ihrer seit 1902 durch ein Dekret des Parlaments geschützten Idylle zweifelsohne um so wohler fühlen, als sie sich in der Gewissheit wiegen können, dass die Köchin des benachbarten Cafés ihr Bio-Fleisch ausschließlich von der Farm von Lord Newborough im Norden von Wales bezieht.
 
Schon auf den ersten Schritten durch die Gärtnerei spürt man, dass die Zukunft unseres Planeten hier nicht auf die leichte Schulter genommen wird. Nachdem man sich seinen Weg durch große Dahlien, Lavateras, Prunkwinden und Pelargonien gebahnt hat, entdeckt man, dass die Blumentöpfe aus Kokosfasern aus Sri Lanka bestehen und somit biologisch abbaubar sind (Kunststofftöpfe sind out!) und dass der Dünger aus Algen von der schottischen Küste oder aus indischem Niembaum hergestellt wird – der absolute Gipfel der organischen Landwirtschaft also.
 
Um in den Speisesaal zu gelangen, betritt man ein großes Treibhaus mit gestampftem Boden, dessen vorderer Teil von einem Laden eingenommen wird: Gartenstiefel, Spaten, Stecklinge, Gartenmöbel, Antiquitäten, Betonkopien von alten Statuen, die so perfekt imitiert und bemoost sind, dass man meinen könnte, sie hätten bereits zwei oder drei Jahrhunderte im britischen Sprühregen gestanden. Das gesamte Arsenal des modebewussten englischen Gärtners ist hier versammelt, von 99 Pennies bis 2000 Pfund.
 
Im hinteren Teil des Treibhauses liegt das Restaurant, dessen einfache alte Tische aus Eisen oder Holz, großen Farne, indische Wandteppiche und Gemälde sich zu einer perfekt orchestrierten pastoralen Symphonie vereinen.
 
Während der Woche keine Spur von Madonna oder Kylie Minogue (die angeblich in der Nähe ein Haus hat), sondern eher eine Mischung aus ehrwürdigen, leicht beschwipsten Old Ladies und einigen Müttern an die Vierzig, die leichtfüßig hinter ihren dreirädrigen Red Castle Sportkarren durch den Richmond Park joggen. Niemand drängelt, alles ist friedlich und entspannt, aber der Saal füllt sich unablässig. Um während der Woche einen Tisch zu bekommen, reicht es, wenn man zwei Wochen vorher reserviert, für das Wochenende aber sollte man sich einen Monat im Voraus anmelden.
 
Doch jetzt zu Tisch! Die Küche von Skye Gygnell lässt sich nur schwer definieren. Einige angelsächsische Kommentatoren stufen sie als „moderne europäische Küche“ ein, andere als „rustikale, eklektische französische Küche“.
 
Doch obwohl sie einen Teil ihrer Ausbildung in Frankreich gemacht hat – mit Anne Willian an der Ecole de la Varenne und später im Daudin-Bouffant –, sind wir eher versucht, von einer Art „Fusion Cuisine“ zu sprechen, deren wichtigster Vorzug ihre Einfachheit und ihre Frische ist.
 
In der Tat verwendet Skye Gyngell eine Reihe von Zubereitungen und Zutaten mit mediterranen und nahöstlichen Einflüssen, die sie als Kontrapunkt zu ihren Gerichten setzt: sehr viele frische, vor Ort gesammelte Kräuter, Mischungen von gegrillten Gewürzen (Kümmel, Koriander, Zimt, Kardamom usw.), Tomaten und geröstete rote Zwiebeln, gegrillte Walnüsse, Haselnüsse und Mandeln, Tomaten-Chutney und Nelkenpfeffer, Pistou und Mayonnaise mit Safran oder Aioli und mit Pfefferminz, Tabasco oder Ingwer und Knoblauch parfümierter Jogurt.
 
Die kurze Karte (5 Vorspeisen und 5 Hauptgerichte) wird jede Woche erneuert, denn unsere Köchin besteht darauf, nur Produkte zu verarbeiten, die gerade in Saison sind, und wenn möglich aus dem eigenen Garten. Zum Aperitif erwies sich zwar die Sektflöte mit ihrem kandierten Rosenblütenblatt als wesentlich subtiler als der übliche Kir, aber die kleinen rosa Schrimps aus Pool (in der Grafschaft Dorset), die mit Nelkenpfeffer angebraten und an einer Zitronen-Mayonnaise serviert wurden, konnten uns nicht überzeugen. Der viel zu scharfe Pfeffer überdeckte den Geschmack, was uns jedoch nicht daran gehindert hat, unsere Teller bis auf den letzten Rest aufzuessen und uns an der köstlichen Mayonnaise zu erfreuen.
 
Der Rest der Partitur ging ohne falsche Töne über die Bühne. Die morganatische Verbindung von Jakobsmuscheln mit einer mit Chili-Öl gewürzten Maiscreme (13 €) mag etwas abwegig erscheinen, aber sie klappt: die Muschel, exemplarisch in ihrer Frische, kurz angebraten und herrlich saftig, verbindet sich entgegen allen Erwartungen perfekt mit der leichten Süße des Mais.
 
Als Hauptgericht ist der mit Crème Fraiche, Stierherz-Tomaten und Zitrone gebackene Heilbutt (25 €) in seiner Einfachheit und Präzision umwerfend: die krustige Haut, die fleischige Textur des Fischs, die Weichheit der Tomate … eine perfekte Komposition. Der Objektivität wegen sollten wir auch die Kommentare unseres Tischnachbarn erwähnen, der voll des Lobes über seine mit Pfifferlingen, Spinat und Borlotti Bohnen gebackene Taube (25 €) war.
 
Doch auch die schönsten Dinge haben ein Ende. Was positiv in der Erinnerung bleibt, ist die Originalität des Ortes, die gekonnt servierten Gerichte, die Sorgfalt der Zubereitung sowie die hervorragende Frische und Qualität der Produkte: die Linsen stammen aus Castelluccio (Umbrien) oder Le Puy (Frankreich), die biologisch angebauten Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten, die Walnüsse aus dem französischen Périgord, der Honig aus Richmond Park, die Käse von Anne Wigmore, das Lamm aus Wales, usw. Zu bedauern sind dagegen die etwas überhöhten Preise: mit Vorspeise und Dessert kann man sich kaum mit weniger als 35 oder 40 € aus der Affäre ziehen, und das ohne Wein. Etwas elitär geht es also zu, in diesem ansonsten recht coolen Bobo-Ambiente.
 
* Von der Petersham Road muss man in die Sackgasse Church Lane einbiegen.
 
Petersham Nurseries
Off Petersham Road
Petersham
Nr. Richmond
Surrey TW107AG
 
Reservierung: 020 8605 3627
 
Teesalon
Dienstags bis samstags: 10 bis 16.30 Uhr
Sonntags und montags: 11 bis 16.30 Uhr

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