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Drei nette kleine Pariser Restaurants
Georges Rouzeau-25-05-2009
Hier drei nette kleine Restaurants (zwei darunter sind Bib gourmand im Michelinführer 2009), wo man ab 15 € zu Mittag essen kann. Wer will da noch behaupten, Paris sei teuer?
Food and Beverage
Schon von außen macht die schlichte Quadersteinfassade mit ihren hohen, klassizistischen Fenster mitten im historischen Pariser Stadtteil Le Marais einen sehr ansprechenden Eindruck. Innen kontrastieren naturbelassene Steinwände mit orangefarbener Tapete und Lampen im Stil der 70er Jahre. Im Moment erinnern außerdem große Rock-Fotos daran, dass das Restaurant zugleich auch eine Bar ist. Vom einwandfreien, zuvorkommenden Service bis zu den sorgfältig angerichteten Tellern merkt man, das man es hier mit Profis zu tun hat, um präzise zu sein mit einem Küchechef, der im Ritz und bei Troisgros Erfahrungen gesammelt hat. Die Küche ist nicht revolutionär sondern setzt auf einfache, schmackhafte Gerichte, die zu den großen Klassikern zählen. Tartar vom Thunfisch oder vom Lachs, Jakobsmuschel-Carpaccio, Entenbrustfilet mit Stopfleber, Entrecôte, gebratener Wolfsbarsch mit Rosmarin, gebratenes Thunfischsteak.
Ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis für das 2-gängige Mittagsmenü zu 15 €. Auch vegetarische Gerichte werden angeboten.
Food and Beverage
14, rue Charlot, 75003 Paris
Tel.: + 33 (0) 1 42 78 02 31
Menüpreise: 15 € (nur mittags), 19 €, 27 €, 32 €.
Café des Musées
Nur ein paar Schritte vom Musée Carnavalet und vom Picasso-Museum entfernt befindet sich das Café des Musées, ein typisches Pariser Bistro wie man es gerne hat. Mittags findet man hier oft nur noch schwer einen Platz zwischen japanischen Touristen (die sich dieses Bistro als „Geheimtipp“ weiterreichen), Geschäftsleuten auf der Durchreise, Antiquitätenhändlern des Marais-Viertels und sogar ein paar trendigen Vertretern der jüngeren Generation, die der gesunde Appetit (und natürlich der Preis, vielmehr das Menü zu 13,50 €) hierher lockt.
Das Dekor erinnert an einen Roman von Marcel Aymé: Vintage-Bar am Eingang mit „offener“ Küche gleich dahinter, pikobello herausgeputzter Oberkellner, Kellner in Hemdsärmeln, altertümliche Lampen, Holztische, Sitzbänke und Mosaik-Kachelboden. Die Wände zieren Plakate, die das Haus Drapier rühmen, sowie Jahrgangs-Champagneretiketten hinter Glas: Mit Champagner scheint man hier nicht zu spaßen.
Mit dem, was auf den Tisch kommt übrigens auch nicht. Der Chefkoch, der lange in Asien gearbeitet hat, lässt sich nicht auf unnötige Experimente ein. Mit der Zuverlässigkeit der Tokyoter U-Bahn bereitet er eine sorgfältige, ungekünstelte und noch dazu großzügig bemessene Bistroküche zu, an der man sich nach Herzenslust satt essen kann.
Wählen Sie als Vorspeise eine Geflügelpastete oder Pilze mit Schneckenfüllung, als Hauptgericht ein Vorderrippenstück vom schwarzen Bigorre-Schwein oder ein Parmentier vom Freiland-Perlhuhn und als süßen Abschluss einen Crêpe mit einer Füllung aus Rhum-Rosinen-Vanillecrème. Ein kleines Festmahl im Balzacschen Stil, wie man es heute leider nur noch selten findet.
Le Café des Musées
49, Rue de Turenne, 75003
Tel. + 33 (0) 1 42 72 96 17
Mittagsmenü 13,50 €.
Bib gourmand 2009
La Table d’Eugène
Für manche Pariser liegt das 18. Arrondissement schon hart an der Grenze der zivilisierten Welt. Und es stimmt, im Norden des Bergs Montmartre sind gute Adressen eher dünn gesät. Ein Grund mehr, sich am Tisch von Eugène niederzulassen, der in der gleichnamigen Straße das Andenken an den Autoren von Die Geheimnisse von Paris pflegt.
Geoffroy Maillard hat dieses kleine, unauffällige Restaurant im Sommer 2008 übernommen. Das Dekor des kleinen Saales ist heute, Zeitgeist verpflichtet, in den Restaurant-Modefarben Beige, Taupe und Khaki gehalten. Hübsche frische Blumensträuße runden das Bild ab.
Der junge Koch, der in der Vergangenheit im Plaza Athénée und im Bristol tätig war, bereitet eine feine, ebenfalls dem Zeitgeist verpflichtete und zwischen Asien und Mittelmeer navigierende Küche zu. Tupfer von Zitronengras, Piment, Minze, Koriander und Curry, Piquillos und Couscous mit Trockenfrüchten … aber auch schöne französische Produkte.
Bei meinem Besuch erlag ich der Versuchung des herrlichen weißen Spargels mit Parmesan und Trüffelöl und bestellte im Anschluss einen Sate-Thunfisch mit Gemüsespänen in einer Thai-Vinaigrette. Der Erdbeer-Nachtisch in Form von Mousse und Sorbet, begleitet von einem köstlich krossen Butterkeks, bildete den gelungenen Abschluss.
Das Mittagsmenü zu 17 € bietet natürlich ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis: Wahlweise Lammrippen mit Estragon und Bulgur oder ein Jakobsmuschel-Krebs-Topf, dazu ein Getränk und danach ein „süßer“ Kaffee.
La Table d’Eugène
18, rue Eugène Sue
75018 Paris
Tel.: + 33 (0) 1 42 55 61 64
Metro Jules Joffrin
Mittagsmenü zu 17 € (1 Hauptgericht, 1/4 l Getränk und ein „süßer“ Kaffee). Zwei Menüs à la carte, 25 € und 30 €. Sonntag und Montag geschlossen.
Bib gourmand 2009.
