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Mario Lohninger: Häppchen-Menüs im Liegen
| 25-08-2009 Von Barbara Goerlich Das runde Gebäude heißt UFO und liegt im Frankfurter Industriegebiet. Das wäre keine Meldung wert, wäre sein Innenleben nicht etwas ganz Besonderes. Vor gut fünf Jahren haben sich dort einer der angesagtesten Clubs und zwei hippe Restaurants etabliert. Im CocoonClub tanzt die Szene ab, im angrenzenden Restaurantbereich zieht Küchenchef Mario Lohninger alle Register seines Könnens und Kreativität. ![]() © Hören-Sehen-Schmecken GmbH & Co KG Im Liegen genießen Im schneeweißen Bed-Restaurant „Silk“ lässt er den auf Lederpolstern liegenden Gästen ein vielgängiges Häppchen-Menü servieren. Nebenan, im nicht weniger schicken Micro stehen Lieblingsgerichte auf der Karte. Im Silk lehnt man an glitzernden Swarowski-Kissen und wird von weiß gekleideten Damen bedient, trinkt aus Riedel-Trinkbechern. Alles wird untermalt von cooler Lounge-Music, die es auch als CD zum Mitnehmen gibt. Die 65 Plätze in acht „Betten“ sind durch weiße Gazevorhänge voneinander getrennt. Pünktlich um 20.30 Uhr beginnt das 10gängige, wöchentlich wechselnde Häppchenmenü. Es wird für alle Gäste gleichzeitig serviert. In Häppchen um die Welt Der kulinarische Reigen beginnt mit einem „Ballett vom Amuse Gueule“ wie Räucherforellenmousse mit Keta-Kaviar in der Waffel; Schottischer Lachs, japanische Gurken, Crème fraîche und Apfelmostsirup. Weiter geht es mit Lohningers berühmtem „Ein-Stunden-Bio-Ei“ mit Hühnersuppe und grünem Spargel, Forellenstrudel "Obauer", Pariser Champignon und Grüner Veltliner, dann Carabiniero zu Kokos-Bärlauch und Quinoa. Als Hauptgericht mal Lammrücken, Aubergineng’röstl und schwarzer Rettich, mal Poularde mit Gänseleberschaum. Es folgt der Dessertwalzer mit Überraschungen wie Rhabarber mit Schokoladensoufflé und Tabakeis. Für die mundgerechten Portiönchen genügen Gabel und Löffel, ein Messer ist überflüssig. Die umfangreiche Weinkarte setzt auf Europa und Übersee, der Schwerpunkt liegt auf Österreich, dem Heimatland Lohningers. ![]() © Hören-Sehen-Schmecken GmbH & Co KG Zwei Restaurants – zwei Konzepte Doch nicht nur das Silk ist einen Besuch wert. Ähnlich hochgelobt ist die Küche im benachbarten Micro-Restaurant. Dort propagiert Lohninger „eine ehrliche Küche mit Gags“. Im schicken Zweitrestaurant sitzen die Gäste „ganz normal an Achtertischen“, während „Lieblingsgerichte“ serviert werden. Von Sushi über Kärntner Schlutzkrapfen bis Ochsenbackerl-Gulasch und Pizza mit „spicy Hendl“ reicht das stetig wechselnde Angebot. Von Österreich in die Welt Mario Lohninger steht für einen kosmopolitischen Stil, der solides Handwerk mit Kreativität und Gefühl für Aromen, Garzeiten und Anrichteweisen paart. Geboren in Maria Alm im Salzburger Land zog es den heute 36-Jährigen vom elterlichen Hotel Erlenhof früh in die Welt: Kochlehre in Salzburg, dann Kochen bei den Obauers in Werfen, bei Hans Haas im Tantris und bei Guy Savoy in Paris. Mit 23 heuert er in Kalifornien bei Landsmann Wolfgang Puck an. Vom „Koch der Stars“ lernt er, wie man ein Gericht „komponiert“, eine Küche managt und anspruchsvollste Gaumen zufrieden stellt. Er fusioniert „Old World”-Gerichte mit einem anspruchsvollen und modernen „Approach“ und verfeinert sie als Küchenchef im „Danube“ (Donau) Restaurant in Manhattan, das dem Top-Gastronomen David Bouley gehört. Auszeichnungen pflastern Lohniners Weg Marios leichthändiger Kochstil im Danube wird von der New York Times mit der Höchstnote bewertet. Doch auch der Guide Michelin honoriert Lohningers Küche: Über dem Silk leuchtet seit drei Jahren ein Michelin-Stern. Dass es neben Silk und Micro bald weitere Restaurants „made by Lohninger“ geben wird, ist ein offenes Geheimnis. Die weitere Expansion ermöglicht vor allem auch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit seinen Eltern Erika im Service und Paul Lohninger in der Küche. Das bodenständige Gastronomenpaar aus dem Salzburger Land hält dem Sternekoch in vielen Dingen den Rücken frei, bestärkt und unterstützt ihn in seinen Unternehmungen. 8 Fragen an Mario Lohninger, Patron der Restaurants Silk und Micro in FrankfurtWas wären Sie geworden, wenn Sie nicht Koch und Gastronom wären? Ich war auf dem besten Weg zum Skirennfahrer und habe die Sportschule in Saalfelden besucht. Ein Unfall zur falschen Zeit hat diesen Traum leider zunichte gemacht. Haben Sie ein Lieblingsgewürz/eine Lieblingszutat und was machen Sie daraus? Paprika verwende ich liebend gern, von Bouillabaisse bis Gulasch. Was war Ihr größter (Küchen-)Flop? Daran möchte ich mich nicht mehr erinnern. Was ist Ihr Leibgericht? Wer kocht es (Ihnen) am besten? Mein Lieblingsgericht ändert sich ständig. Momentan sind es „Kaspressknödel“ (Semmelknödel mit Bergkäse) von meinem Vater zubereitet. Was war das schlimmste, das Sie jemals gegessen haben? Eingelegte Seegurkeninnereien während eines Japan Besuches. Wo gehen Sie am liebsten essen und warum? Haben Sie ein Lieblingsrestaurant? Wenn ich Essen gehe dann zu Kollegen, um mich mit ihnen austauschen. Wo und was machen Sie im Urlaub? Harley fahren zu Hause im Salzburger Land. Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch? Kein Buch, dafür die Magazine Playboy und Wallpaper. Restaurants Micro und Silk im Cocoon Club FrankfurtCarl-Benz-Str. 21, Frankfurt-Fechenheim Tel. 069/900 20-200 Öffnungszeiten: Di-Sa abends |


